Coaching – wie geht das?
Was Coaching im Business-Kontext bewirken kann
Erfolgreiche Organisationen setzen Coaching ein, um Veränderungen gezielt einzuleiten und möglichst nachhaltig abzusichern. Coaching löst Veränderungen aus und begleitet den ganz persönlichen Veränderungsprozess von Fach- und Führungskräfte unter vier Augen. Die Anlässe für Coaching sind vielfältig. Zum Beispiel kann der Wechsel des Vorgesetzten, die Übernahme einer neuen Aufgabe oder eine hohe Belastung in der Leitung eines überaus wichtigen Projektes den Bedarf nach professioneller Begleitung auslösen. Begegnen uns kompetente Führungskräfte, sind wir beeindruckt von der Leichtigkeit und Souveränität, mit der sie ihren Verantwortungsbereich selbst dann steuern, wenn der Stress zunimmt. Wir bewundern diese Personen und wären gerne so wie sie. Unsere Vorbilder haben sich aber auch erst zu dem entwickelt, was wir an Ihnen heute so schätzen.
Was förderliche Rahmenbedingungen im Coaching sein können
Coaching erfordert unsere Bereitschaft und Offenheit, uns kritisch mit unserer Wirkung und unserem Handeln auseinanderzusetzen. Ein wichtiger Erfolgsgarant dafür ist die Geschäftsführung selbst. Ihre erfolgsorientierte Einstellung zum Einsatz von Coaching als wirksames Instrument der Personalentwicklung befördert auch die Veränderungsbereitschaft ihrer Mitarbeiter, denn sie gewinnen an Ansehen im System. Leitungsmitglieder nutzen selbst so manche Veränderung ihrer Führungskräfte als Chance, den eigenen Führungsstil zu optimieren. Bildlich gesprochen ist es wie beim Mikado: äußerst selten lässt sich ein Stab entfernen, ohne dass andere Stäbe davon unberührt bleiben. In diesen Organisationen ist das ganz selbstverständlich. Sie verändern sich und bleiben damit erfolgreicher als andere.
Was zur Auftragsklärung gehört
Größtmögliche Offenheit ist hilfreich, wenn sich Auftraggeber und Auftragnehmer über Anlass und Ziele eines Coaching verständigen. Eine respektvolle und klare Benennung von Beobachtungen und deren Folgen für die Zusammenarbeit unterstützt die Klarheit in den Köpfen der Gesprächspartner über den angestrebten Veränderungsbedarf. Je mehr Transparenz in der Auftragsklärung erreicht wird, desto effizienter kann im Coaching gearbeitet werden. Es leuchtet sicher ein, dass die Aussage eines Vorgesetzten gegenüber dem Coach: „Machen Sie den mal sichtbar! Ein guter Fachmann, aber in den Vorstandssitzungen sehr zurückhaltend“ hinterfragt werden muss. Wechselseitige Erwartungen der Beteiligten in den Themen Berichterstattung und Geheimhaltung sind ebenso abzustimmen wie die Verbindlichkeit vereinbarter Termine. Die Gesprächspartner entwickeln ihre Vorstellungen davon, ob eine Zusammenarbeit vertrauensvoll gelingen kann.
Was zum Vorgehen und zur Dauer von Coachingprozessen wichtig ist
Die Arbeitsweise richtet sich nach dem, was Coach und Coachee gemeinsam für gut und angemessen halten. Eine fundierte Auftragsklärung hilft an dieser Stelle. Eine von beruflichen Belangen ungestörte Arbeitsatmosphäre ist allerdings unverzichtbar. Die Vor- und Nachbereitung von Coachingsitzungen sollte auch für den Coachee selbstverständlich sein, denn sie intensiviert seinen Lernerfolg. Die Bearbeitung aktueller beruflicher Herausforderungen im Coaching ist gut investierte Zeit. Unter vier Augen kann schließlich alles ausprobiert (simuliert) werden, was anschließend im beruflichen Alltag professionell zur Wirkung kommen soll. Der Coachee gewinnt damit Sicherheit und bestimmt nach Ablauf einer intensiveren gemeinsamen Arbeitsphase, innerhalb welcher Abstände eine Reflexion seiner Umsetzungserfolge mit dem Coach sinnvoll ist. Innerhalb von zwölf Sitzungen sind in der Regel bemerkenswerte Veränderungserfolge erreicht.
Was einen guten Coach ausmacht
Gesprächsführung auf Augenhöhe ist unverzichtbar, denn es geht im Coaching um die Begleitung von Handlungsoptionen und nicht um Ratschläge oder Besserwisserei. Eine professionelle Begleitung unter vier Augen bedarf inhaltlich und zeitlich anspruchsvoller Fortbildungen, die für eine wirksame Arbeit in Coachingprozessen geeignet sind. Es ist nachvollziehbar, dass ein Wochenendkurs auf diesem Gebiet absolut unzureichend ist. Zur Absicherung erfolgreicher Beratung gehört auch, dass der Coach seine Coachingprozesse unter professioneller Leitung supervidieren lässt. Das ist ein Qualitätsstandard. Auch Intervision, als kollegiale Beratungsform, ist angemessen zur Qualitätssicherung. Feldkompetenz, also eigene Erfahrungen als Fach- und Führungskraft, unterstützen häufig die Arbeit an Problemlösungen. Empathie und Offenheit sowie Mut zur Konfrontation zeichnen einen guten Coach aus. Ein guter Coach ist außerdem sehr daran interessiert, sich möglichst schnell wieder überflüssig zu machen!
Monika Schwartz
Coach, Management-Trainerin und Beraterin der Management Akademie München
